Kann Design nachhaltig sein – oder ist das eine Illusion?
Graues Recyclingpapier, teure Alternativen und kaum echte Möglichkeiten? Das dachte ich lange – bis ich mich intensiver mit nachhaltigerem Grafikdesign beschäftigte.
Heute weiß ich: Es gibt viele Wege, umweltfreundlichere und nachhaltigere Entscheidungen im Design & Druck zu treffen.
Mein Aha-Moment? Als ich mein erstes Designprojekt mit recycelten Materialien umsetzte – ein Notizbuch, das nicht nur möglichst nachhaltig produziert war, sondern auch begeisterte. Oder als ich das erste Mal Graspapier in den Händen hielt: rau, mit sichtbaren Fasern und dem Duft einer Sommerwiese.
Lange wusste ich selbst nicht, wie ich nachhaltiger arbeiten kann. Recyclingpapier, Ökostrom, Drucker mit „Blauem Engel“, Video-Calls statt Meetings, Nachfüllstifte … alles gute Ansätze.
Aber da geht doch mehr, oder?
Ich fing an, zu suchen.
Je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr Möglichkeiten habe ich gefunden. Und umso klarer wurde mir, was ich alles besser machen kann.
Nachhaltigkeit ist auch in der Druck- und Medienbranche längst kein idealistisches Nischenthema mehr.
Auch, wenn immer noch ein bisschen mehr geht.
Ich möchte authentisches und wirkungsvolles Brand Design mit Menschlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden.
Ein Zitat aus der „Charta für nachhaltiges Design“ der Allianz deutscher Designer (AGD):
„Designerinnen und Designer sind in hohem Maße mitverantwortlich dafür, wie unsere Welt gestaltet wird. Design prägt, Design ist Vorbild und schafft neues Bewusstsein. Design verbraucht Ressourcen – manchmal mehr, manchmal weniger. Dem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, mit der Umwelt und mit den Menschen, die noch über Generationen in dieser Welt leben können sollen, muss Design gerecht werden.“
Charta für nachhaltiges Design bei Allianz deutscher Designer (AGD). URL: https://designerwissen.allianz-deutscher-designer.de/designerwissen/charta-fuer-nachhaltiges-design/ (Abrufdatum: 05.07.2024)
Mein Ziel ist es, zu inspirieren. Ich möchte meinen Kund:innen zu helfen, beim Branding und Design ressourcenschonende Produktionsweisen und soziale Verträglichkeit im Blick zu behalten.
Zunächst mal – was ist „Nachhaltigkeit“ eigentlich genau?
Der DUDEN definiert Nachhaltigkeit so:
„1.) längere Zeit anhaltende Wirkung
2. a) forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann (Gebrauch: Forstwirtschaft)
2. b) Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann (Gebrauch: Ökologie)“
„Nachhaltigkeit“ auf Duden online. URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Nachhaltigkeit (Abrufdatum: 05.07.2024)
Nachhaltigkeit bedeutet, nicht nur wirtschaftlich zu handeln, sondern auch soziale Verantwortung zu übernehmen und bewusst mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Auch für die Menschen, die noch nach uns auf dieser Welt leben.
Auch beim „nachhaltigen Grafikdesign“ geht es darum, vorausschauend zu denken und solidarisch und umweltbewusst zu handeln. Hier kann vor allem durch Beratung, langlebige Designs, die Auswahl von umweltverträglichen Papieren sowie Druckverfahren zur Nachhaltigkeit beigetragen werden.
Das kommt darauf an.
Wenn das Prinzip bisher war: Schnell & Discountdruck – dann ja. Es wird vermutlich teurer mit einer nachhaltigen Alternative.
Wenn aber ein langlebiges Design erstellt wird, das hochwertig und lange nutzbar ist und gezielt eingesetzt wird, können Ressourcen und oft auch Kosten gespart werden.
Aber ist das immer nur eine Frage der Prioritäten?
Ich finde, ganz so einfach ist es nicht.
Manchmal ist die Frage nicht: Nachhaltigeres oder konventionelles Design und Produktion? Sondern: Kann ich mir gerade überhaupt Design und Broschüre leisten?
Warum dann nicht einen Kompromiss finden und zum Beispiel konventionell drucken, aber auf Recyclingpapier? (Das übrigens gar nicht immer grau und hässlich ist.)
Ich finde, es zählt, dass jeder so viel tut, wie er oder sie eben gerade kann! Ohne Rechtfertigungen und schlechtes Gewissen.
Die eine perfekte Lösung für nachhaltiges Grafikdesign gibt es nicht.
Aber viele kleine Änderungen. Einzelne realisierbare Ziele. Auch wenn oft Kompromisse notwendig sind.
Dazu noch ein Zitat aus der „Charta für nachhaltiges Design“ der AGD:
„Wir begreifen nachhaltiges Design als Prozess. Nicht das 100%-nachhaltige Produkt steht im Vordergrund, sondern die schrittweise Verbesserung der bestehenden Produkte und Prozesse.“
Charta für nachhaltiges Design bei Allianz deutscher Designer (AGD). URL: hhttps://designerwissen.allianz-deutscher-designer.de/designerwissen/charta-fuer-nachhaltiges-design/ (Abrufdatum: 05.07.2024)
Wie man richtig nachhaltig lebt und arbeitet, weiß ich auch nicht.
Aber ich kann mich informieren. Dazulernen. Und jeden Tag versuchen, die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.
Ohne Schwarzmalerei, Rechtfertigungen und Schuldgefühle.
Dafür mit Fantasie, Offenheit und Freude am Leben!
Stockfotos in diesem Blogbeitrag: Moyo Studio – www.moyo-studio.com
Kurz, knackig und immer mit dem Ziel, dein Branding klarer und einzigartiger zu machen. Bereit?